Ein neues Benzinschaf grast im Garten

Unser neues Benzinschaf ist rot, es meckert laut und kommt aus Italien. Es ist keine Heidschnucke und auch kein Ferrari. Es ist ein efco Rasenmäher comfort plus.Benzinschaf Comfort plus klingt gut, ein comfortschaf mit extra weicher Wolle oder mäht das den Rasen ganz alleine? Für alle die sich  schon gefreut haben, man muss dem Schaf schon zeigen wo das beste Gras wächst. Sprich also selbst über die Weide treiben. Es verfügt zu diesem Zwecke über 2 schicke Hebel am Griff, die einem die Gewalt über 3,3 PS geben. Wror Wror Wror 🙂 wobei der rote Hebel einem den Gottmodus über das Herz des Schäfchen gibt dem Verbrennungsmotor. Lässt man das Hebel los, ist Sense – welch Wortspiel in dem Zusammenhang 🙂 Zieht man am grauen Hebelchen, dann heißt das Schrittzähler an und die Beine in die Hand genommen, denn dann ziehen einen die 3,3 PS – oh Pferdchen hab ich jetzt auch, hinter dem roten Flitzer hinterher. Flitzer ist auch gut 🙂 mit dem schönen rot und der italienischen Flagge auf dem Motordeckel kommt man sich wie ein Sportwagenfahrer unter all den Benzinschafbesitzern vor.  Als ich nun das durch die letzten verregneten Tage, sprunghaft gewachsene Gras durchpflügte, kam  mir der Gedanke, wo liegt der Unterschied des comfort plus Schafes und einem normalen Schaf. Ich zog vergleiche mit unserem alten Benzinschaf. Welches leider verletzt im Stall stehen bleiben muss. Es hatte bei einem der letzten Einsätze auf der Koppel etwas schwer Verdauliches zu sich genomnen. Ein Metallrohr welches im Boden einbetoniert war, war dann doch nicht so bekömmlich. Das bekam ihm gar nicht und es spuckte und bockte so sehr herum, dass man schon seinen ganzen Mut zusammen nehmen musste, um diesen Hammel bei den Hörnern über die Weide zu treiben. Die Achse vom Messer hat einen derben Schlag bekommen und ist nun unwuchtig. Daraufhin verordnete ich dem Schaf Stallruhe.  Als ich also  weiter darüber nachdachte, was denn der Unterschied sei, fiel mir zunächst einmal das wecken des Benzinschafes ein. Beim alten durfte man noch selbst Hand anlegen, um das Blut ähm Benzin, durch Drücken eines kleinen Gummiballs an der Lunge ähm also den Vergaser, in den Blutkreislauf zu pumpen. Hatte man das vergessen, konnte man beim alten Schaf gut und gerne ein halbstündiges Workout hinlegen, um den Organismus mittels Reißleine in Gang zu bringen. Da war es echt stur, eher ein Esel als ein Schaf und es wollte nicht auf die Weide. Dies ist beim neuen Benzinschaf gänzlich anders. Hier genügt ein freundliches guten Tag und man stelle den Gashebel auf „Hallo Wach Position“. Ein leichter Zug an der Reißleine und siehe da, ich bin Frankensteins Geselle. Es lebt. Und rennt auf die Weide. Dies kleine Hebelchen hatte das alte Benzinschaf auch, mangels Hebelende rannte es immer im Vollgasmodus über die Koppel, wie von ner Bremse gebissen.  Das neue darf auch mal langsamer über die Weide, falls man mal keinen Bock auf ein Gartenworkout hat. Nun war dies für mich Komfort schon genug dachte ich, als ich so meine Runden übers Grundstück zog. Irgendwann musste doch dieser kleine Magen voll sein. Ich war überrascht wie lange ich bei der Höhe des Grases hier dem Schaf hinterher laufen konnte. Nun haben die Konstrukteure ein nettes Feature in den Mangen ähm Fangkorb unseres Benzinschafes eingebaut. Eine kleine Klappe am hinteren Ende lässt während des Fressens Luft aus dem Korb entweichen. Man könnte auch von kontrollierten Blähungen sprechen. Pupst mein Schaf nicht, also ist der Deckel zu, dann ist das Schaf satt. Pupsen ist also gut. Ein Komfortpluspunkt dachte ich mir.  Nu kann man mittels einfacher OP unter Vollnarkose den Magen entfernen. Man  lässt dazu den roten Hebel los. Ihr erinnert euch? Ich sprach vorhin vom Gottmodus. Nun schläft das Schaf tief und fest. Ich entfernte den Magen um ihn auf dem Komposthaufen zu entleeren. Das Gewicht war ordentlich. 60 Liter sollen da rein passen, vom Gewicht her … passt. 2016-07-23 06.55.09Als ich dann den Magen wieder an seine vorgesehene Position brachte fiel mir noch ein nettes Feature ins Auge. Der Auswurf war riesig. Beim alten Benzinschaf war der doch wesentlich kleiner als beim neuen. Das führte beim alten Schaf hin und wieder zu Verstopfungen. Hier beim neuen hatte ich nicht eine. Und das bei nassem Gras und wie schon erwähnt etwas längeren Halmen. Durch die Öffnung konnte ich auch einen Blick auf die Zähne unseres neuen Benzinschafes werfen. Das Gebiss sieht robust aus. Mal sehen wann wir das erste mal zum Zahnarzt müssen. Ich operierte also den Magen wieder an das Schaf und startete mit einem leichten Zug an der Reißleine und zack ging es weiter. Die Hersteller bewerben den Komfort zusätzlich mit einer Einhand Höhenverstellung der Räder. Ein Tuning sozusagen. Man kann damit das Benzinschaf tiefer legen und es frisst noch mehr als sonst. Man muss nur aufpassen zu tief kann zur vorzeitigen Abnutzung der Zähne führen, da das Schaf dann doch den einen oder anderen Stein frisst. Aber das Feature hatte das alte Schaf auch. Ein Minuspunkt im Vergleich zum alten Schaf gibt es aber dennoch beim alten ließen sich die Hörner, also die Griffe umklappen. So passte es besser in den Stall. Da muß ich wohl einen neuen Stall fürs neue Schaf bauen, denn dessen Hörner bleiben immer starr. Es  gibt noch ein Magenband einen Mulcher im Handel. Damit spuckt das Schaf das gefressene Gras gleich wieder aus und man erspart sich die OP. Mal schauen ob man das braucht.  Ich glaube brauche es nicht. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Viehtrieb. Das neue Benzinschaf macht nen guten Eindruck. Ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen.

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